P r i n z

Hallo erstmal. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Prinz.

Ich bin ein schwarz-grauer Pudel-Mix und etwa 4 1/2 Jahre alt.




Auch ich bin ein ehemaliger Tierheimhund. Meine Ex-Besitzer haben mich einfach aus dem fahrenden Auto geworfen.

Ja, wirklich! Einfach so. Es war im Juli 2000 und wahrscheinlich wollten sie in Urlaub fahren und ich habe da wohl gestört.

Außer ein paar Schürfwunden fehlte mir nichts, aber ich war geschockt und traurig.

Leute vom Tierheim haben mich dann gefunden und mitgenommen.

Vergleich 2000 und 2002. Bitte nicht lachen! Dort musste ich zum Glück nicht lange bleiben. Gefallen hat es mir nämlich überhaupt nicht, was ich auch mit einigen Ausreißversuchen und Fressensverweigerung deutlich gemacht habe.

Dann kam aber zum Glück mein Fraule und ihre Tante ins Tierheim. Nach ein paar Spaziergängen durfte ich am 29.07.2000 wirklich mit! Mann, war ich vielleicht happy!

Eigentlich hätte ich ja bei Fraules Tante wohnen sollen, aber sie hatte schon zwei Katzen und mit denen wollte ich mein neues Zuhause nun wirklich nicht teilen. Als Beweis habe ich die beiden gleich mal aus dem Fenster gejagt. Nicht gerade die feine Art, ich weiß. Im Tierheim war mir alles egal, Auch Katzen. Aber jetzt...

Kitty, Billy und ich machen es sich gemütlich Es half nichts. Ich wollte mich nicht an die Katzen gewöhnen.

Also wurde beschlossen, dass ich zu Melanie - meinem Fraule - ziehe. Sie mochte mich nämlich von Anfang an super gerne. Und ich sie auch.

Mit Meerschweinchen Kitty und Kaninchen Billy hab ich mich gleich angefreundet. Die beiden werden von mir immer abgeschlabbert. Egal, ob sie wollen, oder nicht. :-)

Fraule war richtig stolz auf mich, weil ich sie nicht gejagt habe. Auch gegen die beiden Wellensittiche hatte ich nichts einzuwenden.

Kurz gesagt: Ich hatte mein Zuhause gefunden.

Ab da fing mein Hundeleben also richtig an.

Mein Fraule sagt, dass es nicht immer einfach mit mir war.

Als erstes wollte ich nämlich nicht allein bleiben. Keine 10 Minuten konnte mein Fraule aus dem Zimmer gehen.

Ich hab sofort angefangen zu jaulen und zu bellen. Auch bei anderen Leuten wollte ich nicht bleiben.

Aber mit sehr viel Geduld hat mir mein Fraule beigebracht, dass man auch mal allein bleiben muss. Erst ist sie nur kurz weg und hat mich gaaaanz groß gelobt, wenn ich ruhig war. Dann wurde es immer länger. So langsam vertraue ich darauf, dass sie immer wieder zurückkommt. Jetzt fiepse ich nur noch manchmal leise, wenn sie geht. Zwei bis drei Stunden kann ich allein bleiben, wenn es sein muss.

Bei einer Freundin von meinem Fraule bleibe ich ohne Probleme auch länger. Aber auch das hat lange gedauert, bis ich gerne geblieben bin. Anfangs lag ich immer hinter der Tür und hab gejammert. Aber jetzt ist es mir lieber, wenn ich dort auf mein Fraule warten kann. So allein daheim... was soll ich denn da auch machen?

Tja, dann war da noch ein Problem. Ich kannte keinerlei Erziehung. Was wollen die Menschen denn, wenn sie "SITZ", "PLATZ" oder "HIER" sagen?

Die Kommandos hab ich zwar ziemlich schnell gelernt, aber befolgt hab ich sie meistens nur, wenn ich Zuhause war. Beim Spaziergang gab es doch soviel zu erleben. Da hab ich dann auch oft mein Fraule vergessen und bin meine eigenen Wege gegangen. Wenn ich eine Spur hatte, war ich auf und davon. Fragt mal unsere Nachbarn, wie oft ich allein nach Hause kam.

Welch ein Glück, dass ich nicht über eine Straße laufen musste. Sonst hätte mein Fraule mich bestimmt nicht von der Leine gelassen. Und ich brauche meinen Auslauf ohne Leine. Wenn ich rennen kann, bin ich glücklich.

Mit der Zeit hab ich aber kapiert, dass es besser ist, wenn ich bei "HIER" zu meinem Fraule komme. Dann gibt es nämlich immer ein Leckerchen. Wenn ich nicht komme, schimpft Fraule mit mir und manchmal packt sie mich auch am Genick. Nicht fest, aber ich quieke trotzdem immer wie ein kleines Ferkel. Da ist es doch klar, was mir lieber ist, oder?

Am Genick hat sie mich auch gefasst, wenn ich Radfahrer und Jogger verfolgt habe. Ja, noch eine Unart von mir. Ich geb's zu.

Aber das mache ich jetzt eigentlich nicht mehr. Auch renne ich nicht mehr so weit von Melanie weg.

In ihrer Nähe ist es irgendwie spannender. Da gibt es mal hier ein kleines Spielchen und mal da ein Leckerchen. Aber wer kann schon wiederstehen, wenn man eine ganz besonders verführerische Spur in der Nase hat?

Aber das passiert nur selten. Und vorallem bleibe ich wenn, dann höchstens ein oder zwei Minuten weg. Anfangs konnte das schon mal über eine halbe Stunde sein.

Jetzt denkt aber bitte nicht, dass ich nur "Mist" gemacht habe. Nein, ganz und gar nicht.

Ich bin sonst wirklich ein braver Hund. Lieb und verschmust.

Schmusen könnte ich stundenlang. Einfach daliegen und sich verwöhnen lassen... SUPER!

Zuhause bin ich ein ganz ruhiger Hund, der aber auch mal seine "fünf Minuten" bekommt und dann alle Stofftiere verschüttelt. Auch das Spielen hat mir mein Fraule beigebracht. Früher konnte ich mit Bällen oder ähnlichem nichts anfangen.

An meinem Beispiel seht ihr, ein Hund aus dem Tierheim ist nicht immer einfach, aber mit Liebe und Geduld lässt sich viel erreichen.

Mein Fraule und ich sind sehr froh, dass wir uns gefunden haben.

Euer Prinz




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