B e n n y


Hallo liebe Vier- und Zweibeiner,

meine Familie sagt zwar, daß meine Geschichte gar nicht hierher gehört, weil ich nicht aus dem Tierheim vermittelt wurde, aber ich bin da anderer Meinung.



Hört euch an, was ich zu erzählen habe und dann entscheidet ihr, ob mein bisheriger Lebensweg eine Story für den Adventskalender ist.

Also, mein Name ist Benny und ich bin ein reinrassiger ShiTzu - ein tibetanisches Löwchen. Viel zu früh nahm mich der Züchter von meiner Mama und von meinen Geschwistern weg und ich zog bei einer Familie ein, die bereits drei Hunde, zwei Katzen und einen Papagei hatte. Ach, dachte ich, das wird lustig und machte mich gleich bei den anderen Familienmitgliedern bekannt.

Aber warum legten die solch ein merkwürdiges Verhalten an den Tag?! Sie waren scheu und ängstlich und wenn der Herr kam, dann verkrochen sie sich in Windeseile. Und komisch gerochen haben die und ihr Fell war ungepflegt und verklebt.

Oh oh, ich war mir schon gar nicht mehr so sicher, daß ich dort bleiben wollte und ich sollte mit meinen Bedenken Recht behalten.

Bald stellte ich selbst fest, daß es besser war, dem neuen Herrchen erst gar nicht zu begegnen sondern sich schnell unter die Bank verkriechen und sich ganz klein zu machen. Wie oft habe ich geweint, weil er nach mir getreten hat, dabei konnte ich doch nichts dafür, daß ich so dringend Pipi machen mußte. So verging Woche für Woche und ich wurde genau so traurig und ungepflegt wie meine übrigen Kameraden.

Dabei war ich doch noch ein Baby und wollte so gerne spielen und meine Menschen erfreuen.

Große Angst bekamen wir, wenn unsere Menschen Alkohol zu sich nahmen. Da haben wir alle ganz schlimm gezittert, weil wir nie wußten, wen erwischt es heute. Ich war noch nicht ganz ein Jahr alt, da stritten sich unsere Menschen und ich hörte wie sie sagten: "Die Viecher müssen alle weg, wir haben das Geld dafür nicht mehr".

Es dauerte auch gar nicht lange, da kam eine junge Frau und nahm mich mit. Bei ihr Zuhause war noch ihre kleine Tochter und ich habe mich auch gleich ganz brav unter die Eckbank verkrochen. Aber die beiden schienen nett zu sein, sie haben mir auch gar nicht weh getan und nicht mit mir geschrien.

Doch schon nach ein paar Tagen zogen wieder dunkle Wolken auf, denn die kleine Tochter bekam am ganzen Körper Ausschlag und der Arzt sagte, das liegt an mir.

Nun war mein neues Carmen-Frauchen ganz traurig und rief eine Bekannte im Schwarzwald an und erzählte ihr, was sie von mir wußte und daß sie in keinem Fall möchte, daß ich nochmal in solche schrecklichen Hände gerate und ob ich nicht vorübergehend in den Schwarzwald umsiedeln könnte.

So also kam ich immer noch verstört und verängstigt zu meiner neuen Schwester Bella.

Wau, war die nett, die hat mich doch tatsächlich gleich mit Küsschen begrüßt, aber ich war erstmal noch zurückhaltend. Von Tag zu Tag merkte ich aber, daß ich gerne hier bleiben würde, weil meine Pflege-Mama sagte, ich würde mit der Zeit genau so selbstbewußt werden wie die Bella.

Ich war inzwischen etwas über zwei Monate bei meiner Übergangs-Familie, da kam mein 10-Tage-Carmen-Frauchen mit ihrer Tochter zu uns zu Besuch, aber ich habe sie sicherheitshalber erstmal ordentlich angebellt und dann bin ich ganz schnell weggelaufen, damit sie ja nicht auf die Idee kommen und mich wieder wegnehmen, weil ich doch so gerne bei meiner Bella und bei meinen Leuten bleiben will.

Ach und was soll ich euch sagen, es hat geklappt ich darf jetzt für immer hier bleiben. Und Angst habe ich auch überhaupt keine mehr. Meine Familie sagt, ich wäre ein richtg mutiger kleiner Löwe. Und mein Herrchen liebe ich abgöttisch, denn obwohl er ganz doll krank war, ist er immer lieb zu mir und weil er mir gezeigt hat, daß ich mich vor Männern gar nicht mehr fürchten muß.

Tja, liebe Freunde, ich habe euch meine Gechichte erzählt, damit ihr niemals mutlos werdet und die Hoffnung nicht aufgebt.

Ich wünsche euch allen ein glückliches Hundeleben und euren Menschen besinnliche Weihnachten.

Euer fröhlicher Benny



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